11.09.2026
Ein Fundament für die Arche Deutschland
Im Interview erklärt Christof Lotthammer, Vorstand der Arche Deutschland, warum der Internationale Tag des Testaments wichtig für die Arche-Gemeinschaften in Deutschland ist.
Lieber Christof Lotthammer, am 13. September ist der Internationale Tag des Testaments. Wie macht die Arche Deutschland auf diesen Tag aufmerksam?
Christof Lotthammer: Für uns ist dieser Tag ein schöner Einstieg, um auf die Möglichkeit hinzuweisen, dass man die Arche Deutschland auch im Testament bedenken kann. Wir haben uns in den vergangenen Monaten intensiv mit der Frage auseinandergesetzt, ob wir mehr in den Bereich des Erbschaftsfundraisings einsteigen wollen. Wir haben uns dafür entschieden. Aus dieser Arbeitsphase ist zudem ein Erbschaftsflyer entstanden, der just fertig geworden ist. Diesen Flyer stellen wir zu diesem Anlass vor.
Weshalb ist Erbschaftsfundraising wichtig für die Arche Deutschland?
Christof Lotthammer: Der große Vorteil von Nachlässen und Erbschaften ist, dass wir das empfangene Geld ins Vereinsvermögen aufnehmen und damit ein Fundament für unsere Arbeit anlegen können, denn es muss nicht zeitnah ausgeben werden. Anders als bei Spenden. Für Spenden ist in der Regel eine Frist von zwei Jahren vorgesehen, innerhalb derer man das Geld verwenden muss. So schreibt es der Gesetzgeber vor. Mit Spendengeld können wir also keine Rücklagen bilden oder einen soliden finanziellen Grundstock für den Verein aufbauen. Ich glaube, dass Menschen, die Erbschaften vermachen, Nachhaltigkeit und das Dauerhafte im Blick haben und wir können unseren Gebern und Geberinnen versichern, dass ihr Geld auf Dauer und nachhaltig hilft. Für mich ist ein Ziel in meiner Zeit als Vorstand der Arche Deutschland zudem, eine Stiftung für die Arche Deutschland zu gründen, um unsere Arbeit langfristig zu sichern.
Was könnten Förderzwecke für ein Erbe oder Vermächtnis für die Arche Deutschland sein?
Christof Lotthammer: Förderzwecke könnten zum Beispiel Begegnungen, Freizeiten und Fortbildungen sein. Das Besondere der Arche-Gemeinschaften ist ja das Miteinander, der Austausch, der etwa bei unseren Begegnungstagen passiert. Auch Aktivitäten wie die Besinnungstage oder das Katimavic sind für die Bewohner/-innen und Assistent/-innen unwahrscheinlich bereichernd, aber so etwas wird meist nicht von der Eingliederungshilfe finanziert.
Eine weitere Aufgabe, für die wir Unterstützung brauchen, ist unsere Solidaritätsarbeit mit Gemeinschaften in Krisen und Not. So sind wir aktuell in Verbindung mit der Arche Lwiw in der Ukraine. Die Gemeinschaft bekommt die Auswirkungen des Krieges gerade extrem zu spüren, weil der Sozialetat in der Ukraine nahezu komplett zusammengestrichen worden ist. Hier besteht dringender Handlungsbedarf und wir überlegen, wie wir dort finanziell helfen können. Ähnlich ist es bei der Arche in Haiti, die stark von Krisen betroffen ist. Zudem haben wir feste Partnerschaften mit Arche-Gemeinschaften in Simbabwe, Uganda und Indien, also Ländern, in denen es wenig staatliche Hilfen für Menschen mit geistiger Behinderung gibt. Dort finanzieren wir zum Beispiel Therapieprojekte, die über Jahre angelegt sind.
Und natürlich gibt es in unseren deutschen Arche-Gemeinschaften immer wieder Projekte und Aktionen, die Geld kosten und die wir unbedingt erhalten oder ermöglichen wollen.
An wen können sich Menschen wenden, die die Arche Deutschland unterstützen möchten?
Christof Lotthammer: Menschen, die über ein Testament zu Gunsten der Arche Deutschland nachdenken, können sich an mich und an Corina Sandersfeld, die Leiterin der Arche Deutschland, wenden. Auch die Leitungen der drei Gemeinschaften in Landsberg, Ravensburg und Tecklenburg stehen für Beratungsgespräche zu Verfügung.
Kontaktmöglichkeiten findet Ihr unter www.arche-deutschland.de/kontakt sowie in unserem neuen Erbschaftsflyer.
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